Welche Herausforderungen bringt 5G für die gesetzeskonforme Telekommunikationsüberwachung mit sich?

Definition: Unter „Lawful Interception“ (LI) versteht man die technischen Möglichkeiten von Telekommunikationsnetzen, Kommunikationsdaten von Personen oder Organisationen zu erfassen und an Strafverfolgungsbehörden weiterzugeben. Strafverfolgungsbehörden nutzen diese Informationen zur Ermittlung und Verfolgung krimineller Aktivitäten und terroristischer Operationen. Der Übergang der Netzwerkarchitektur von 4G zu 5G erfolgt in mehreren Phasen, von denen jede ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringt. Die Einhaltung der LI-Vorschriften wird in jeder Phase ein entscheidender Faktor sein, um die Verfügbarkeit und Genauigkeit der Daten zu gewährleisten.

 

Die Herausforderungen der gesetzeskonformen Telekommunikationsüberwachung bei 5G erklärt

Mobilfunknetzbetreiber können, wie alle Kommunikationsnetzbetreiber, verpflichtet sein, autorisierten Strafverfolgungsbehörden Funktionen zur gesetzeskonformen Telekommunikationsüberwachung zur Verfügung zu stellen. Mit der Einführung von 5G gehen eine schnelle Vermittlung von Breitband-Multimedia-Datenverkehr und geringere Latenzzeiten einher, und wie bei jeder Art von Upgrade oder Update ist Interoperabilität stets ein zentrales Anliegen.

Die gesetzliche Anforderung, Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf und Einblick in die Kommunikationsinhalte bestimmter Nutzer zu gewähren, steht in vielerlei Hinsicht im Widerspruch zu dem erhöhten Datenschutz, den 5G seinen Nutzern bietet. Was 5G besser macht als frühere Technologien, ist der Schutz der Anonymität der Endnutzer sowohl im Funk- als auch im Kernnetz. Dies wird durch die Durchsetzung der Identitätsverschleierung an der Funkschnittstelle und der Verschlüsselung innerhalb des 5G-Kernnetzes erreicht. Infolgedessen können mit den gängigen Funküberwachungsfunktionen keine zuordenbaren Identifikatoren abgehört werden, und Netzwerkadministratoren können den Datenverkehr nicht einsehen, während er die Netzwerkinfrastruktur durchläuft. Da Mobilfunknetzbetreiber zudem eigene Sicherheitsmaßnahmen für ihre eigenen Teilnehmer eingerichtet haben, bedeutet dies, dass sie keinen Zugriff auf die Teilnehmerdaten der von ihnen gehosteten virtuellen Netzbetreiber haben.

 

Temporäre und permanente Identifikatoren

Temporäre Identifikatoren werden nun in der Funk- und Kernnetz-Signalisierung eingesetzt, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Dies verhindert, dass böswillige Akteure Nutzer durch passives Abfangen von Signalisierungsdaten identifizieren können.

Da das Abhören jedoch häufig auf permanenten Identifikatoren basiert, hat dies wiederum Auswirkungen auf legitime Abhörlösungen.

Dies bedeutet weiterhin, dass Strafverfolgungsbehörden sicherstellen müssen, dass ihre Systeme zur Aufrechterhaltung rechtmäßiger Überwachungsmaßnahmen in der Lage sind, alle Daten zu empfangen, zu speichern und deren korrekte Verwaltung zu gewährleisten, wobei sie zusätzlich zu den Herausforderungen, die 5G mit sich bringt, die Vorgaben globaler Standards erfüllen müssen. Da sich Mobilfunknutzer überall auf der Welt befinden können, müssen darüber hinaus neben technischen Überlegungen auch regionale und internationale Überwachungsvorschriften beachtet werden.

Nexburg ist bestens auf 5G LI vorbereitet und arbeitet eng mit führenden Netzwerkanbietern und Mobilfunknetzbetreibern (MNOs) zusammen. Unsere hochmodernen 5G-LI-Lösungen sind in der Lage, Breitband-Multimedia-Datenverkehr im Umfang von mehreren zehn Gigabit pro Sekunde zu verarbeiten und zu vermitteln und lassen sich nahtlos in Standalone- und Non-Standalone-5G-Netze integrieren.


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